Kartellverfahren gegen österreichische Sägewerke

Das Oberlandesgericht (OLG) Wien als Kartellobergericht ermittelt gegen Betriebe der österreichischen Sägeindustrie wegen des Verdachts auf kartellrechtswidrige Preisabsprachen. Bereits im Juli 2013 war ein entsprechender Beschluss vom OLG getroffen worden. In Folge kam es zu Hausdurchsuchungen bei verschiedenen Sägewerksbetrieben, darunter auch bei einem als O-Gruppe bezeichneten Unternehmen mit Sitz in Kärnten. Ein von vier Unternehmen der Gruppe gemeinsam eingereichter Widerspruch gegen die Hausdurchsuchungen wurde vom Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien Anfang November 2013 abgewiesen. Angestoßen wurden die Ermittlungen nach Angaben des OLG durch verschiedene, im Sommer 2012 und Herbst 2012 eingegangene anonyme Beschwerden und telefonische Hinweise. Daraus, so das OLG, habe sich der Verdacht ergeben, dass es zwischen den beschuldigten Sägewerksbetrieben und anderen Unternehmen der Säge- sowie holzverarbeitenden Industrie zu kartellrechtswidrigen, horizontalen Preisabsprachen/-abstimmungen sowie zur Weitergabe nicht aggregierter Unternehmensdaten und Vereinbarungen über die Einschränkung des Marktes gekommen sei. Im Fokus der Ermittlungen steht dabei auch das viele Jahre übliche Treffen von österreichischen Großsägewerken, der sogenannten G10-Runde in Anif. Auch die vom Holzcluster Steiermark erhobene und in dem wöchentlich erscheinenden, österreichischen Printmedium "Holzkurier" veröffentlichte Schnittholzmarkt-Trendziffer Süd (Schnitzi) steht in Verdacht, dass auf diesem Weg aktuelle Daten wie Produktion, Preise, Lager, Absatz, Einkauf etc. gesammelt und im Rahmen der G-10-Runde ausgewertet wurden.

- Anzeige -

Kategorie des Artikels
- Anzeige -