BFW legt Berechnungen zur Kohlenstoffspeicherung vor

Nach Einschätzung des österreichischen Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) können junge und mittelalte Wälder sowie Erstaufforstungen einen nennenswerten Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung und zur Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid leisten. Das BFW hat anlässlich der neuen Klimaziele der Europäischen Union (EU) Zahlen zu Möglichkeiten der Kohlenstoffspeicherung im Wald und der Treibhausgasreduktion durch Aufforstungen vorgelegt. Nach Einschätzung des BFW müssen für die Kohlenstoffspeicherung besonders die zuwachstärksten Jahrzehnte von Wäldern genutzt werden. So weist das BFW darauf hin, dass der Zuwachs beispielsweise bei Fichte bereits ab dem Alter 60 wieder abnimmt. Die Kohlenstoffspeicherung kumuliert in den Jahren mit den höchsten Zuwachsraten bei rund 45 kg/Jahr und Vollbaum. Dabei ist aber laut BFW die Kohlenstoffspeicherung in den ersten 20 Jahren nicht gering zu schätzen. Mit 5,5 kg/Jahr und Baum liegen die jährlichen Raten zwar deutlich tiefer. Ausgehend von 2.000 Bäumen/ha ergeben sich dennoch relevanten jährliche Speichervolumen. Dementsprechend sieht das BFW besonders in Erstaufforstungen eine zusätzliche Kohlenstoffsenke.

Neben der Kohlenstoffspeicherung in Wäldern ist die Festlegung in langlebigen Holzprodukten ein weiterer Beitrag. Nach Berechnung des BFW sind in einer Fichte mit einem BHD von 40 cm und einem Stammvolumen von 1,9 fm rund 570 kg Kohlenstoff eingelagert, was umgerechnet 750 kg CO2 entspricht.

Die Kohlenstoffspeicherung in Wäldern soll dazu beitragen, dass das nach langen Verhandlungen zwischen den EU-Staaten und dem EU-Parlament seit 21. April 2021 im Klimagesetz rechtlich verbindlich festgeschriebene Klimaziel 2030 erreicht werden kann. Dieses sieht eine CO2-Reduktion bis 2030 um 55 % gegenüber 1990 vor. Dabei haben die Unterhändler der Mitgliedsstaaten eine Anrechnung von Kohlenstoffsenken wie Wäldern durchsetzen können. Von den Parlamentariern wurde dagegen eine Begrenzung der Anrechnung gefordert, um eine stärkere Reduktion der tatsächlichen Emissionen zu bewirken. Das Klimagesetz sieht nun bis 2030 eine Anrechnung von 225 Mio t vor. Durch Aufforstungen kann dies auf 300 Mio t gesteigert werden.

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