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Titandioxid wird doch als Krebsverdachtsstoff eingestuft

14.10.2019 − 

Die EU-Kommission hat sich am 4. Oktober doch für eine Einstufung von pulverförmigem Titandioxid als möglicherweise krebserregend bei Aufnahme durch die Atemluft (Karzinogenität Kategorie 2) entschieden. Sie ist damit der Empfehlung des ECHA-Ausschusses für Risikobewertung (Committee for Risk Assessment, RAC) gefolgt, die im Januar und Februar eine EU-Konsultationsphase durchlaufen hatte. In einer CARACAL-Expertenanhörung hatten sich am 18. September allerdings neun EU-Mitgliedsstaaten gegen eine Einstufung von Titandioxid ausgesprochen, sechs Mitgliedsstaaten hatten dafür gestimmt.

Die jetzt von der EU-Kommission beschlossene Einstufung wird im Rahmen der 14. Anpassung der Verordnung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt (ATP) über einen delegierten Rechtsakt („Delegated Act“) erfolgen. Eine Zustimmung der Mit-gliedsstaaten ist damit nicht erforderlich. Der Europarat und das Europäische Parlament können dagegen Einspruch einlegen. Falls das nicht passiert, tritt die Einstufung 20 Tage nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft. Die Einstufung und die damit vorgeschriebenen Warnhinweise würden dann nach einer Übergangsphase von rund 18 Monaten voraussichtlich im Sommer 2021 rechtlich verbindlich. Titandioxidhersteller und Verarbeiter haben laut einer Stellungnahme der Initiative Pro Titandioxid allerdings angekündigt, juristisch gegen die Einstufung vorgehen zu wollen.

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