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Steinhoff-Bilanz weist weiteren Milliardenverlust aus

19.06.2019 − 

In dem mit rund einem halben Jahr Verspätung veröffentlichten Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017/2018 hat die Steinhoff International Holdings erneut einen hohen Nettoverlust ausgewiesen. Der Verlust hat sich zwar gegenüber dem Vorjahr in etwa halbiert, lag mit 1,192 Mrd € aber weiterhin in Milliardenhöhe. Im Gegensatz zum Nettoergebnis haben sich die operativen Ergebniskennzahlen in der Berichtsperiode verbessert. Das um irreguläre Transaktionen bereinigte EBITDA hat demnach auf 770 Mio € (+12,7 %) zugelegt. Das bereinigte EBIT hat sich auf 504 Mio € (+13,3 %) verbessert. Das in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns ausgewiesene operative Ergebnis ist mit 80 Mio € wieder positiv ausgefallen, nachdem im Vorjahr noch ein operativer Verlust von 150 Mio € aufgelaufen war. Die operativen Ergebnisse wurden im Berichtszeitraum durch Beratungskosten in Höhe von 117 Mio € und Wertminderungen auf verschiedene materielle und immaterielle Vermögenswerte geschmälert. Insgesamt musste Steinhoff eine weitere Berichtigung in Höhe von 940 Mio € auf Vermögenswerte der Tochtergesellschaften vornehmen. Im Vorjahr waren es 2,0 Mrd €. Der Großteil der von Steinhoff als Folge von Scheingeschäften vorgenommenen Wertminderungen von rund 4,0 Mrd € war bereits im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016/2017 verbucht worden.

Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2017/2018 um 2,7 % auf 12,827 Mrd € gestiegen. Vom Gesamtumsatz entfielen 3,402 Mrd € auf die französische Handelskette Conforama, die einen weiteren Rückgang von 2 % hinnehmen musste. Im Vorjahr hatte das Unternehmen bereits ein Minus von 21 % verzeichnet. Der Umsatz der Möbelhandelsaktivitäten in Großbritannien in Höhe 631 Mio € hat das Vorjahresniveau um 11 % verfehlt. Auch für die Schweizer Einrichtungskette Lipo (-10 % auf 166 Mio €) und die polnische Möbelkette Abra (-7 % auf 55 Mio €) hat Steinhoff jeweils Rückgänge ausgewiesen.

Der US-amerikanische Matratzenhändler Mattress Firm wird im Konzernumsatz nicht mehr berücksichtigt. Nach Beendigung des Sanierungsverfahrens in den USA am 21. November 2018 hat sich der von Steinhoff gehaltene Anteil an Mattress Firm von 100 % auf 50,1 % reduziert. Laut Steinhoff wird Mattress Firm damit gemäß den Rechnungslegungsstandards den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet. Das Unternehmen hat im Berichtszeitraum 2,660 Mrd € erwirtschaftet, ein Minus von 11 % gegenüber Vorjahr.

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