|  

Rauch will Stellen in Verwaltung und Produktion streichen

05.02.2019 − 

Im Zuge der laufenden Neuausrichtung des Schlafmöbelherstellers Rauch sollen in den kommenden zwei Jahren rund 250 Stellen in der Verwaltung und der Produktion wegfallen. Gleichzeitig will das Unternehmen seine Onlinekompetenz ausbauen und neue Arbeitsplätze in digitalen Bereichen wie Softwareentwicklung und Online-Vertrieb, aber auch im Service und in der Lieferlogistik schaffen. Die Mitarbeiter wurden in einer Betriebsversammlung in Freudenberg über die bevorstehenden Veränderungen informiert. Insgesamt beschäftigt Rauch rund 1.700 Mitarbeiter, davon 1.250 am Hauptsitz in Freudenberg.

Hintergrund der angekündigten Maßnahmen ist nach Unternehmensangaben der wachsende Onlinehandel zu Lasten der stationären Möbelhändler. Laut Rauch habe der zunehmende Kauf der Verbraucher im Internet zu einem Nachfragerückgang von jährlich etwa 5 % im stationären Handel geführt, was in der Folge auch die Geschäftsentwicklung bei Rauch beeinträchtigt habe. Trotz des rückläufigen Inlandsmarktes haben Umsatzsteigerungen im Auslandsgeschäft, das wachsende Onlinegeschäft und die kontinuierlichen Investitionen des Unternehmens in die Automatisierung dazu beigetragen, dass sich die Kernsegmente Schränke und zerlegte Mitnahmemöbel vergleichsweise stabil entwickelt haben.

Mit der Digitalisierung des Geschäftsmodells will Rauch nun seine Produkte näher am Kunden platzieren. Für die Entwicklung einer Online-Strategie ist seit knapp einem Jahr Frank Schad als Chief Digital Officer zuständig. Er sieht bei Rauch vor allem Nachholbedarf beim Umgang mit großen Datenmengen und dem Vertriebskanal Internet sowie bei der Softwareentwicklung. Seit geraumer Zeit hat das Unternehmen versucht, den Onlinevertrieb aus der bestehenden Organisation heraus zu entwickeln. Die herkömmlichen Strukturen haben allerdings schnell zu Beschränkungen bei der Neuausrichtung geführt, weshalb im Mai 2018 Veränderungen in der Produktionsstruktur und im Vertrieb eingeleitet wurden. So will Rauch das in der Freudenberger Innenstadt angesiedelte Werk 1 bis 2020 schließen und die Produktion an die neueren Standorte des Unternehmens verlagern. Derzeit produziert Rauch in zwei Werken in Freudenberg sowie an den Standorten Bürgstadt und Mastershausen. Außerdem wurden die Vertriebsaktivitäten in Deutschland zum Jahresbeginn unter der Führung von Horst Trunk gebündelt.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Möbelindustrie mit leichtem Umsatzminus im November

Reinhard AG prüft Einstellung des Geschäftsbetriebs  − vor